... gibt es eigentlich nicht viel zu sagen.

Der übliche kurze Steckbrief lautet:
- geboren 1960, Steinbock, männlich, ca 188 cm lang, “grosszügiges” Normalgewicht
- verheiratet seit 1988
- 3 Kinder, geboren 1991, 1992 und 1994, alle Jungen
- Eigenheimbesitzer, seit 2001 mit Gartenteich, in dem die Kinder schwimmen können
- Bankkaufmann mit verantwortungsvollem Aufgabengebiet im Stabsbereich einer Genossenschaftsbank
- Hobbies Bogenschiessen ganzjährig, Skilaufen im Urlaub, Bahnfahren und Eisenbahn im allgemeinen

Skandinavien - warum ?

Bereits einer meiner ersten Erdkundelehrer hat in seinem Unterricht private Bilder aus Norwegen mit verwendet. Das hat mich wohl so fasziniert, dass in mir der Wunsch, Norwegen auch mal live zu erleben, bereits in der Schulzeit reifte. 1980 konnte ich diesen Traum dann mit einer selbst organisierten Bahnrundreise in Südnorwegen (Oslo - (Bergenbahn mit Zwischenstopps) - Bergen - (Bus und Fähre über die Inseln vor der Küste) - Stavanger - Kristiansand) und 1981 mit einer DJH-Wanderung in schwedisch Lappland realisieren.

Kunibert, der Wanderleiter 1981, schwärmte auf unserer Wanderung nicht nur von ähnlichen Touren in Westnorwegen, sondern auch vom Winter und vom Skilanglauf in Skandinavien. Da mir die Wanderung gefiel und ich zumindest vom Typ her besser mit Kälte als mit Hitze klarkomme, konnte ich mir auch schneereiche Winter (die es in und um Hannover schon lange nicht mehr gab) ganz reizvoll vorstellen.

Dank der unermüdlichen Unterstützung der Übungsleiter der Abteilung “Winterfreuden” des TSV Burgdorf erlernte ich im Winter 1981/82 im Harz die Grundbegriffe des Skilanglaufs. Abfahrtslauf hat mich vorher und hinterher nicht besonders fasziniert, was allerdings meinen “Künsten” im Bergabfahren auf Langlaufski Grenzen setzt. Die Touren im Harz insbesondere im Winter 1982/83 waren schon ganz schön, aber wenn dort Schnee liegt, ist es so voll, dass man schnell auch den Spass verlieren kann.

1983 wagte ich dann den ersten Winterurlaub in Norwegen, wieder auf eigene Faust organisiert anhand des Auslandskursbuches und des Jugendherbergsverzeichnisses. Das ist nicht einfach, denn nur wenige Jugendherbergen haben im Winter geöffnet und ohne Internet und Webcam hatte ich damals kaum Vorstellungen, was mich wirklich erwarten würde. Die Anreise sollte wieder mit der Bahn erfolgen. Die damalige Nordtourist-Fahrkarte - heute ScanRailTicket - schaffte die notwendige Flexibilität.

In einer Woche in Gjövik - das liegt südwestlich von Lillehammer am Endpunkt einer Bahnlinie, lernte ich viele Facetten des Winters kennen. Gut gespurte Loipen, aber nur wenig befahren, das unbefriedigende Verhalten von Schuppenski auf stark vereisten Steigungsstücken, Schneereichtum und Wind, 13 km beleuchtete Loipe, die Strecken, die man innerhalb eines Tages gehen kann. Ein Vorteil, besser Notwendigkeit, den ich nutzen konnte, waren meine in der Schule erworbenen Kenntnisse mit Karte und Kompass.

Die zweite Woche war eine Mischung aus Bahnreisen im Winter und Skilaufen. Die JH in Sjoa war mangels weiterer Gäste geschlossen und hatte auch meine Anmeldung nicht bekommen. Ich durfte eine Nacht bleiben. In Mjöllfjell an der Bergenbahn traf ich morgens um 6 mit der Bahn ein und lief 1 Std. auf Ski zur JH, glitt dann mit einer Gruppe Schotten einen wunderschönen Tag durch die baumlose Vidda. In Voss traf ich Klassen eines Internats, die mich mit auf einen Ausflug in die Berge nahmen. “Das ist Matthias aus Deutschland, nehmt ihn gut unter Euch auf” sagte der Lehrer/Leiter nur, als im Bus sass. So einfach und unkompliziert kann das gehen. Zum Abschluss fuhr ich Oslo - Trondheim - Bodö und zurück mit der Bahn. Auch das waren unvergessliche Eindrücke eines “intakten Winters”. Leider haben mir meine Erlebnisse in Norwegen die Lust am Skilaufen im Harz an Wochenenden stark reduziert, einfach weil die zum Naturerlebnis gehörende Ruhe fehlt.

Mehr aus einer spontanen Laune heraus bewarb ich mich 1983 beim DJH auch als Wanderleiter für die ausgeschriebene Westnorwegenwanderung. Etwas überrascht bekam ich die Aufgabe. Wir hatte eine ereignisreiche Wanderung, auf der ich meine Frau kennenlernte.

Mit beruflichen Veränderungen und der erforderlichen Koordination der Urlaube ist uns seitdem keine Wandertour in Norwegen mehr gelungen, wohl aber mehrere gemeinsame Winterurlaube in Lillehammer, im Golsfjell und in Dalarna in Schweden. Immer hatten wir Glück mit dem Wetter, der Unterkunft und den Langlaufmöglichkeiten. Im Golsfjell haben wir über gut 4 km morgens frische Brötchen geholt, auch das gehört irgendwie dazu.Über die Vogelfluglinie sind wir mit der Bahn und mit örtlichen Bussen zu unseren Unterkünften gekommen.  Die Fahrt empfinde ich immer wieder als etwas Besonderes.

Durch einen Hausbau 1990/1991 und die Geburt unseres ersten Sohnes änderte sich erneut vieles. Das Haus, ein aus Norwegen importiertes Blockhaus, hat nicht nur ein sehr angenehmes Klima sondern verleitet auch zu großen Eigenleistungen. In völliger Überschätzung meiner handwerklichen Fähigkeiten und der zur Verfügung stehenden Zeit haben wir mit wenigen Ausnahmen dann den gesamten Ausbau ab Rohbau mit Hilfe der Familie in Eigenleistung durchgeführt. Mit 3 Monaten Verspätung sind wir im Sommer 1991 eingezogen und meine Frau hielt mich für so urlaubsreif, dass sie mir einen Winterurlaub für 9 Tage in Venabygd schenkte. Sie selbst konnte mit dem kleinen Jungen natürlich nicht mehr mit. 2002 vorm Hotel Tänndalen/HärjedalenSo begann die Phase der wieder alleine durchgeführten Urlaube im Winter 1992, in etwas “gesetzterem” Alter jetzt nicht mehr in Jugendherbergen, sondern in Hotels in guten Skigebieten aber immer mit der Bahn. 1995 und 1996 folgten am südlichen Ende des Rondane-Nationalparks zwei Aufenthalte im Hotel Rondablikk, zeitlich teilweise parallel zu einer Wolters-Reisegruppe, was gewisse Vorteile hat. Und nach langer Pause 2001 ein phantastischer Urlaub im kleinen Hotel Ruten in Espedalen und 2002 jetzt Härjedalen. Letzteres erstmals mit einer Reisegruppe und mit Schiff (Kiel - Oslo) und Bus.

Nachdem mir 1992 in Venabygd ein freundlicher Österreicher erklärt hat, warum es vorteilhaft ist, seine Ski sorgfältig zu wachsen und wie man das machen kann, habe ich gemerkt, dass die darin investierte Zeit im Laufe eines Tages sich einfach in einem schöneren Lauferlebnis auszahlt. Skilaufen bedeutet für mich auch “Freiheit und Unabhängigkeit” in der Loipe. Zumindest wenn ich möchte, so zu laufen wie es mir gerade gefällt. Darum habe ich die Alleinreise mit dem manchmal auch spannenden “Wie weit kann man hier überhaupt alleine gehen” bevorzugt. Und Läufer mit den bei uns üblichen Schuppenski müssen schon deutlich mehr arbeiten als ich, was sich natürlich in der Regel auf Länge oder Geschwindigkeit einer Tour auswirkt. Ausserdem steht für mich als “Büromensch” der sportliche Aspekt und das Erspüren der eigenen körperlichen Leistungsfähigkeit deutlich im Vordergrund. Nicht das ich falsch verstanden werde, ich laufe auch gerne in Gesellschaft, gerade auch im Fjell sollte man eigentlich nicht alleine unterwegs sein, aber das darf keine Pflichtveranstaltung für einen ganzen Urlaub werden oder man kennt sich vorher sehr genau.

Das war schon viel mehr, als hier eigentlich stehen sollte. Vor allem ist es mit Bildern zur Auflockerung aus dieser Zeit nicht so weit her.

Beim Bogenschiessen
(links)Die restlichen 51 Wochen des Jahres fallen meine sportlichen Aktivitäten eher mässig aus. Viel Spass macht mir das Bogenschiessen, wo auch 2 meiner Söhne recht erfolgreich mitmachen. Besonders von April bis September, wenn wir im Freien schiessen ist es ein schönes Gefühl, den Pfeil über 70m oder 90m in etwa ins Ziel zu bringen. Und zumindest der Wind hat dabei ein gewichtiges Wörtchen mitzureden.

In netter Gesellschaft und familiärer Atmosphäre haben wir sogar schon gemeinsame einwöchige Bogensporturlaube gemacht. Sprintartige Bewegungen braucht man glücklicherweise nicht, Bogenschiessen ist eigentlich eine Mischung aus Konzentration und perfektionierter Wiederholung eines bestimmten Bewegungsablaufes. Die hohe Konzentration schafft dann letztendlich die Befreiung vom Alltagsstress. Kleinere Wettkämpfe als Einzelschütze oder in Mannschaftswettbewerben sorgen für die nowendige Motivation für ein recht regelmässiges Training.

Generell liegen mir mehr die Sportarten, die auf Ausdauer bei ruhigem Bewegungsablauf aufgebaut sind. Skilaufen ja, joggen nein, ausdauernd Radfahren ja, extrem schnell nein.